Gesellschaft / Kursdetails

112020 Bilderstreit und Bilderstürme von der Spätantike bis heute

Beginn Freitag, 11.09./18.09./25.09./02.10./16.10.2020
jeweils 19:00 - 21:00 Uhr,
Kursgebühr 66,00 € (keine Ermäßigung)
Dauer 5 Abende
Kursleitung Dr. phil. Stefan Schmitt

Der Bilderstreit war ein fundamentaler Konflikt in der christlichen Theologie um das religiöse Bild ab der Spätantike. Welches Verhältnis sollte die neue monotheistische Religion zu den Bildern haben? Diese Frage löste im Ikonoklasmus des achten und neunten Jahrhunderts von Byzanz ausgehend endgültig eine heftige theologische und auch blutige Kontroverse aus. Der Konflikt konnte am Ende geklärt werden, aber das Bildverständnis im Osten mit seinen Ikonen blieb ein anderes als im Westen, wo aber zumindest partiell auch die Skepsis blieb (Zisterzienser). Die Reformatoren ließen den Bilderstreit erneut aufleben und lösten die dramatischen Bilderstürme aus, während Rom im Tridentinischen Konzil zu seiner gegenreformatorischen Bildtheologie fand. Insbesondere für die katholische Kirche erwies sich ab 1800 die künstlerische Moderne als schwere Anfechtung, denn das religiöse Bild emanzipierte sich zunehmend von den tridentinischen Bildbestimmungen. Als weiteres Ärgernis identifizierte man die moderne Künstlerautonomie sowie Subjektivismus und "Materialismus". Die liturgische Bewegung setzte auf eine behutsame Modernisierung und es entstand eine moderne Bildtheologie, um das Verhältnis zur Klassischen Moderne zu prüfen (Vaticanum II). Die weitgehende "Bilderlosigkeit" des modernen Kirchenbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum irritierte das Kirchenvolk zutiefst und der Kulturkonflikt zwischen Kirche und Moderne führt bis heute zu "Kunstskandalen". In dieser Veranstaltung werden die Entwicklungen des tiefgreifenden Kulturkonflikts aufgezeigt, die jeweiligen Argumente analysiert und einschlägige Hauptwerke der Kunstgeschichte vorgestellt.



Kurs abgeschlossen

Kursort

Bürgerhaus R.-M. Rilke

Marktler Str. 15a
84489 Burghausen